Do 6 Sep 2007

Nordwestlich von Tortosa liegt Horta de San Juan, eine kleine Stadt auf einem sanften Hügel inmitten der Bergketten der El Ports. Berühmt für sein Convent San Salvador, in dem regelmäßig Ausstellungen und musikalische Aufführungen stattfinden, für lo Parot, ein uralter Olivenbaum und vor allem für “seinen” Picasso, der als Gast zweimal in San Juan weilte.
Auf Einladung seines Jugendfreundes, Studienkollegen und Weggefährten verbrachte Picasso einen ersten Aufenthalt in San Juan im Alter von 16 Jahren. Eine gesundheitliche Krise konnte er weitab von Barcelona, wohin ihn sein Vater zum Studium der Kunst geschickt hatte, dank guter Luft, einfacher und ruhiger Lebensweise bewältigen und sein Wunsch, als Maler berühmt zu werden, verfestigte sich.
Nach zehn Jahren kehrte er auf eigenen Wunsch noch einmal für mehrere Wochen nach San Juan zurück. Mittlerweile auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen experimentierte Picaso mit Vorstudien zu seinem neuen Malkonzept, dem Kubismus. Tatsächlich mögen ihn die Dachlandschaften das malerischen Dorfes mit dazu inspiriert haben.
In dem kleinen liebevoll eingerichteten Picasso-Museum finden sich Kopien aller wichtigen Werke, die im Zusammenhang mit den beiden Aufenthalten stehen, sowie Zeichnungen, Skizzen und Notizen des aufstrebenden Künstlers.

Leicht zu übersehen und vom zentralen Platz des Ortes nur durch eine unscheinbare Glastüre zu betreten ist der ehemalige Kerker. Sehr geschickt wurde der Raum erschlossen und erlaubt eine sichere Begehung ohne die zum Teil abenteuerlich verschachtelte Architektur allzusehr zu belasten. Der Kerker wird zudem für Ausstellungen genutzt.

Neben guten preiswerten Weinen (rot, rosé und (!) weiss) bietet der Ort eine sehr schöne Basis für Wanderungen in den El Ports.

Horta de San Juan ist ab Tortosa in etwa 40 Minuten zu erreichen. Weitere Informationen erhält man unter Horta de San Juan.
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